Zum Inhalt springen
01Kultur

Dominik Moll über «Dossier 137»: Grenzen des Thrillers

Regisseur Dominik Moll spricht über seinen neuesten Thriller «Dossier 137», festgefahrene Situationen und die Bedeutung von A.C.A.B. für seine Erzählung.

In seinem neuesten Thriller «Dossier 137» lotet Regisseur Dominik Moll die menschlichen Abgründe aus, die sich in festgefahrenen Situationen verbergen. Im Interview gewährt er Einblicke in die Entstehung des Films und die Herausforderungen, die er während des kreativen Prozesses bewältigen musste. Dabei spielt die Philosophie hinter A.C.A.B. eine zentrale Rolle, die nicht nur als provozierendes Statement dient, sondern auch die Dynamik zwischen den Charakteren prägt.

1. Der Thriller als Genre

Moll erklärt, warum er sich für das Thriller-Genre entschieden hat. „Es gibt nichts Aufregenderes, als den Zuschauer an einen Punkt zu bringen, an dem er nicht mehr weiß, wem er trauen kann“, sagt er. Der Thriller sei ein ideales Medium, um festgefahrene Situationen und die Psychologie der Akteure zu erforschen. Anhand komplexer Charaktere und überraschender Wendungen schafft er einen Spannungsbogen, der die Zuschauer fesselt und zum Nachdenken anregt.

2. Festgefahrene Situationen

Ein zentrales Thema in «Dossier 137» sind festgefahrene Situationen. „Manchmal befinden sich Menschen in einem Strudel von Entscheidungen, die sie nicht mehr kontrollieren können“, so Moll. Durch die Linse der Protagonisten zeigt der Film, wie äußere Umstände und innere Konflikte zu einem lähmenden Stillstand führen. Diese Darstellung bringt die Dilemmata der Charaktere auf eindringliche Weise zum Ausdruck.

3. Die Philosophie von A.C.A.B.

Die Abkürzung A.C.A.B. — „All Cops Are Bastards“ — zieht sich als roter Faden durch die Handlung. Moll beleuchtet, dass dies nicht einfach eine provokante Aussage ist, sondern eine Aufforderung zur Reflexion über Machtverhältnisse und Autorität. Die Figuren im Film sind in einem ständigen Kampf zwischen Moral und Gesetz verstrickt, was die Zuschauer dazu anregt, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen.

4. Charakterentwicklung im Fokus

In «Dossier 137» ist die Charakterentwicklung von großer Bedeutung. Moll betont, dass er den Zuschauern nicht nur die äußeren Konflikte der Protagonisten zeigen möchte, sondern auch deren innere Kämpfe. „Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, die sich im Verlauf des Films entfaltet“, sagt der Regisseur. Diese Tiefe ermöglicht es dem Publikum, sich mit den Figuren zu identifizieren, selbst wenn deren Entscheidungen fragwürdig sind.

5. Visuelle Gestaltung und Atmosphäre

Die visuelle Gestaltung des Films spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung der dichten Atmosphäre. Moll erklärt, dass er eine sinnliche Bildsprache entwickeln wollte, die die Emotionen der Charaktere widerspiegelt. „Jede Szene ist darauf ausgelegt, eine spezielle Stimmung zu erzeugen“, bemerkt er. Mit einem eindrucksvollen Spiel von Licht und Schatten gelingt es ihm, die innere Zerrissenheit der Protagonisten visuell zu unterstreichen.

6. Zuschauer als Komplize

Molls Ansatz im Storytelling beinhaltet auch, dass die Zuschauer nicht nur passive Betrachter sind, sondern zu Komplizen der Geschichte werden. „Ich möchte, dass sie sich fragen, was sie an der Stelle der Charaktere tun würden“, so der Regisseur. Diese Interaktivität schafft eine Verbindung zwischen Film und Publikum, die über das bloße Sehen hinausgeht.

7. Der Einfluss eigener Erfahrungen

Persönliche Erfahrungen und Beobachtungen fließen in Molls Arbeiten ein. „Die Realität hat oft eine eigene Dramaturgie, die faszinierend ist“, erklärt er. Diese Prägung zeigt sich in der Authentizität der Charaktere und der Situationen, die sie durchleben. Seine Fähigkeit, reale Emotionen in fiktionale Geschichten zu übersetzen, macht «Dossier 137» zu einem bemerkenswerten Werk in seiner Filmografie.

Aus unserem Netzwerk